Whiteboard-Software in Deutschland: Diese Anforderungen entscheiden über die richtige Wahl
Whiteboard-Software in Deutschland unterscheidet sich von globalen Standardlösungen in drei Punkten: Hosting-Standort, DSGVO-Konformität und Integration in bestehende IT-Systeme wie Microsoft 365, Webex oder Nextcloud. Genau diese Kriterien bestimmen, ob ein Whiteboard-Tool für Behörden, Banken oder Industrieunternehmen überhaupt infrage kommt.

Welche Anforderungen muss Whiteboard-Software für Unternehmen und Behörden in Deutschland erfüllen?
Whiteboard-Software für den deutschen Unternehmens- und Behördeneinsatz muss datenschutzrechtliche Anforderungen an Hosting und Auftragsverarbeitung, die technische Integration in bestehende IT-Systeme und eine dem jeweiligen Schutzbedarf angemessene Rechteverwaltung erfüllen.
Die DSGVO schreibt keinen bestimmten Hosting-Standort als allgemeine Voraussetzung vor. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist relevant, wenn eine Auftragsverarbeitung im Sinne von Art. 28 DSGVO vorliegt.
Hosting-Standort, DSGVO und Auftragsverarbeitung
Der Serverstandort ist für Datenschutz und Drittlandtransfers relevant, entscheidet aber laut Art. 3 DSGVO nicht allein über das anwendbare Recht. Anbieter unter US-Gerichtsbarkeit können zusätzlich dem US CLOUD Act unterfallen, der auch Daten außerhalb der USA erfasst, sobald sie sich in deren Besitz oder Kontrolle befinden. Für Behörden, Banken und Industrieunternehmen mit hohem Schutzbedarf bleibt ein Hosting-Standort in Deutschland, der Schweiz oder einem anderen EU-Land deshalb ein wichtiges Auswahlkriterium, ergänzt um einen AVV und aktuelle Verschlüsselung.
Der On-Premises-Betrieb bietet die höchste Kontrolle, weil Daten das eigene Rechenzentrum nicht verlassen. Zu den detaillierten DSGVO-Anforderungen an Online-Whiteboards zählen unter anderem Löschfristen, Subprozessoren-Dokumentation und Verschlüsselung im Ruhezustand.
Technische Integration in bestehende IT-Systeme
Ein Whiteboard-Tool ergänzt die bestehende Softwarelandschaft eines Unternehmens. Entscheidend ist deshalb, wie reibungslos sich das Tool in Microsoft Teams, Webex, Nextcloud oder bestehende Active-Directory- und Single-Sign-On-Strukturen einbinden lässt. Wer bereits auf Microsoft 365 setzt, profitiert von einer nativen Integration und muss Inhalte nicht manuell exportieren und importieren.
Eignung für regulierte Branchen
Organisationen in regulierten Bereichen wie dem öffentlichen Sektor und Banken sowie Industrieunternehmen mit besonderen regulatorischen Anforderungen benötigen je nach Schutzbedarf eine differenzierte Rechteverwaltung, ein Audit-Protokoll sowie Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zusätzlich kann die Gültigkeitsdauer von Einladelinks relevant sein, damit externe Teilnehmer nach Projektende keinen dauerhaften Zugriff behalten. Collaboards Self-Hosting-Optionen unterstützen solche Anforderungen, weil sich Rollen, Zugriffsrechte und Air-Gapped-Umgebungen auf der eigenen Infrastruktur verwalten lassen.
Software oder interaktives Hardware-Whiteboard – wo liegt der Unterschied?
Wer nach Whiteboard-Software sucht, stößt in den Suchergebnissen auch auf interaktive Hardware-Displays von Herstellern wie BenQ oder Prowise. Diese Touch-Bildschirme gehören zur breiteren Kategorie der interaktiven Whiteboards [Jahreszahl in der H1 beim Linkziel auf 2026 ändern], ersetzen die klassische Tafel im Klassenzimmer oder Meetingraum und laufen meist mit einer eigenen, oft eingeschränkten Betriebssoftware.
Whiteboard-Software wie Collaboard, Miro oder Conceptboard läuft dagegen browserbasiert auf jedem Endgerät, unabhängig von der Hardware im Raum, und lässt sich zusätzlich auf einem interaktiven Display anzeigen.
Whiteboard-Software im Vergleich: Collaboard, Miro, Mural & Co.
Die folgende Übersicht vergleicht sieben Whiteboard-Tools anhand der Kriterien aus dem vorherigen Kapitel: Hosting-Standort, DSGVO/AVV, Integration und Eignung für regulierte Branchen. Anschließend folgen kurze Einordnungen zu jedem Anbieter.
Collaboard
Collaboard ist ein Schweizer Online-Whiteboard mit wählbaren Hosting-Standorten in Deutschland, der Schweiz oder den Niederlanden sowie einer vollständigen On-Premises-Option mit Air-Gap-Betrieb. Über 350 Vorlagen, Moderationsfunktionen wie Timer und Präsentationsmodus sowie Integrationen in Microsoft Teams, Webex und Nextcloud decken Workshop- und Verwaltungsanwendungen gleichermaßen ab. Zwei-Faktor-Authentifizierung, SSO und eine differenzierte Rechteverwaltung runden das Sicherheitsprofil ab.
Miro
Miro speichert Kundendaten im Rahmen der EU-Datenresidenz standardmäßig in EU-Rechenzentren. Bestimmte Funktionen, Verarbeitungen und Drittanbieter-Integrationen können teilweise weiterhin außerhalb der gewählten Region verarbeitet werden. Das Tool bietet eine sehr umfangreiche Vorlagenbibliothek und KI-gestützte Funktionen und eignet sich besonders für Business- und Kreativteams. Wer konkret von Miro zu Collaboard wechseln möchte, vergleicht Funktionsumfang und Datenschutz am besten direkt anhand der Miro-Alternative.
Mural
Mural bietet Enterprise-Kunden regionale Datenresidenz, darunter in Europa, und verfügt über SOC 2 Type 2 sowie ISO 27001. Der Anbieter erklärt zudem die Einhaltung der DSGVO. Die Plattform punktet mit einer engen Microsoft-365-Partnerschaft und eignet sich auch für Organisationen mit Anforderungen an europäische Datenresidenz. Die relevantesten Unterschiede für einen Wechsel fasst die Mural-Alternative anhand von Datenschutz, Preisen und Funktionsumfang zusammen.
Lucidspark
Lucidspark, Teil von Lucid Software, nutzt standardmäßig eine US-Datenregion; Enterprise-Konten können jedoch eine EU-Datenresidenz mit Speicherung in Deutschland und Backups in Irland wählen. Für internationale Transfers können je nach Konstellation das EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln relevant sein. Für Organisationen mit strikter EU-Datenresidenz-Pflicht ist daher die gewählte Datenregion vor der Auswahl zu klären.
OpenBoard
OpenBoard ist eine Open-Source-Software der Genfer Bildungsdirektion und der Universität Lausanne, die vollständig lokal auf PC, Mac oder Linux läuft. Ohne Cloud-Anbindung entfallen viele Fragen zu Cloud-Hosting und Drittlandtransfers, nicht jedoch grundsätzlich die DSGVO-Pflichten bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. Dafür fehlen Echtzeit-Zusammenarbeit über das Internet und viele Komfortfunktionen kommerzieller Whiteboard-Tools.
Microsoft Whiteboard
Microsoft Whiteboard ist über den bestehenden Microsoft-365-Vertrag nutzbar. Neue Whiteboards werden standardmäßig in OneDrive gespeichert, wobei sich die Datenresidenz nach der Microsoft-365-Umgebung richtet. Unternehmen profitieren von der direkten Integration in MS Teams. PowerPoint-Dateien lassen sich über OneDrive einfügen, eine gleichartige native Excel-Integration ist nicht dokumentiert.
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Michael Görög
Key Account Manager at Collaboard
Michael Görög, Key Account Manager at Collaboard, expertly employs narrative techniques to weave a captivating brand story that truly connects with clients. His approach focuses on crafting authentic messages that reflect the core values and vision of the company, ultimately building strong loyalty and engagement among stakeholders.
Häufig gestellte Fragen
Du hast Fragen? Wir sind für Dich da.
Ja, Collaboard bietet eine kostenlose Version mit zentralen Funktionen für bis zu drei Boards und fünf Personen pro Board.
Für den DSGVO-konformen Einsatz benötigst Du je nach Verarbeitung unter anderem einen AVV, wenn der Anbieter als Auftragsverarbeiter tätig wird, sowie Transparenz über eingesetzte Subprozessoren und relevante Datenstandorte. Bei Drittlandtransfers ist der zulässige Transfermechanismus zu prüfen. Eine Transfer-Folgenabschätzung ist vor allem bei Standardvertragsklauseln relevant, nicht allein wegen eines US-Bezugs.
Ja, Collaboard bietet deutschsprachigen Support direkt aus Deutschland beziehungsweise der Schweiz an. Bei global aufgestellten Anbietern wie Miro oder Mural läuft der Support meist auf Englisch, teilweise ergänzt um zeitversetzten Support in weiteren Sprachen.
Collaboard bindet sich über eine native Integration direkt in Microsoft Teams ein, sodass Boards im gewohnten Meeting-Fenster geöffnet werden können. Je nach Konfiguration erfolgt die Authentifizierung über ein Konto oder SSO. Gäste können teilweise ohne eigenes Konto teilnehmen. Zusätzlich unterstützt die Plattform Single Sign-On über SAML 2.0 oder OAuth 2.0 für bestehende Active-Directory-Strukturen.
Für Umgebungen ohne durchgehende Internetverbindung eignen sich On-Premises-Systeme oder lokal installierte Open-Source-Software, die ohne Cloud-Anbindung läuft. Rein cloud-basierte Whiteboard-Tools benötigen dagegen durchgehend eine aktive Internetverbindung und lassen sich offline nicht sinnvoll nutzen.
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