Online-Whiteboard Anforderungskatalog: Auswahl & Ausschreibung
Welche Anforderungen sollte ein Online-Whiteboard erfüllen? Dieser Leitfaden zeigt, worauf Unternehmen und öffentliche Organisationen bei Auswahl, Wechsel und Ausschreibung achten sollten – von Datenschutz und Hosting bis zu Funktionen, Migration und Kosten.

Ein Anforderungskatalog für ein Online-Whiteboard sollte weit mehr abdecken als Sticky Notes, Vorlagen und Zeichenfunktionen. Für Unternehmen, Behörden und andere größere Organisationen gehören auch Datenschutz, Informationssicherheit, Hosting, Benutzerverwaltung, Integrationen, Barrierefreiheit, Migration, KI, Support und Gesamtkosten in die Bewertung.
Bei einer strukturierten Auswahl werden die Anforderungen als Muss-, Soll- oder Kann-Kriterien priorisiert und für alle Anbieter auf derselben Grundlage bewertet. Wer ein bestehendes Whiteboard ersetzt, sollte zusätzlich prüfen, wie vorhandene Boards migriert werden können und wie ein späterer Datenexport möglich ist.
Bei öffentlichen Ausschreibungen kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Anforderungen sollten möglichst funktional und produktneutral formuliert werden und klar erkennen lassen, welche Kriterien zwingend erfüllt werden müssen und welche in die Bewertung einfließen.
Du erstellst gerade einen Anforderungskatalog für ein Online-Whiteboard? Unsere kostenlose Checkliste enthält konkrete Anforderungen für Auswahl, Anbieterwechsel und Ausschreibung und hilft Dir, diese als Muss, Soll oder Kann zu priorisieren.
Wann sollte man ein Online-Whiteboard neu bewerten?
Viele Organisationen starten bei einer Evaluation nicht bei null. Ein Online-Whiteboard wurde vielleicht ursprünglich für virtuelle Workshops eingeführt und wird inzwischen auch für Projektarbeit, Prozessvisualisierung, Schulungen, Strategiearbeit oder die Zusammenarbeit mit externen Partnern eingesetzt.
Mit dieser Entwicklung verändern sich die Anforderungen. Plötzlich werden Single Sign-on, zentrale Benutzerverwaltung, detaillierte Rechte, definierte Datenstandorte oder Schnittstellen zu anderen Unternehmensanwendungen relevant.
Auch steigende Lizenzkosten, fehlende Funktionen, unzureichender Support oder Veränderungen beim Anbieter können Anlass für eine neue Bewertung sein. Eine Übernahme ist beispielsweise nicht automatisch ein Grund für einen Wechsel. Sie kann aber ein guter Zeitpunkt sein, Verträge, Datenflüsse, Unterauftragnehmer, Preise und Produktstrategie erneut zu prüfen.
Aktuell gibt es dafür auch bei Microsoft Whiteboard einen konkreten Anlass. Microsoft stellt die eigenständigen Whiteboard-Apps für Windows, iOS und Android am 16. Oktober 2026 ein. Whiteboard selbst bleibt für berechtigte Arbeits- und Schulkonten über Microsoft Teams und das Web verfügbar. Organisationen, die bislang stark mit den eigenständigen Anwendungen gearbeitet haben, können die Umstellung nutzen, um zu prüfen, ob die zukünftige Bereitstellung noch zu ihren Anforderungen passt.
Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag: Einstellung von Microsoft Whiteboard 2026: Was sich ändert
Bei einem bestehenden System sollte zudem früh geklärt werden, wie abhängig die Organisation bereits von der Plattform ist. Wenn hunderte oder tausende Boards vorhanden sind, werden Migration, Export und Exit-Strategie genauso wichtig wie die eigentlichen Funktionen.
Wie erstellt man einen Anforderungskatalog für ein Online-Whiteboard?
Ein guter Anforderungskatalog beginnt nicht mit einem Produkt und auch nicht mit einer möglichst langen Feature-Liste. Er beginnt mit den Menschen, die das Whiteboard später verwenden.
Welche Aufgaben sollen sie damit erledigen? Arbeiten sie intern oder mit externen Personen zusammen? Welche Daten werden auf den Boards verarbeitet? Wie groß sind typische Workshops? Wird das Whiteboard für einzelne Meetings verwendet oder soll es dauerhaft Bestandteil von Projekten und Prozessen sein?
Aus unserer Erfahrung unterscheiden sich Ausschreibungen deutlich danach, wie intensiv spätere Nutzer in die Anforderungserhebung einbezogen werden.
„Dort, wo Organisationen die Anforderungen vorab gemeinsam mit Mitarbeitenden erheben, die bereits Whiteboard-Tools einsetzen, ist der Anforderungskatalog meist deutlich klarer und funktionsspezifischer. Andere Ausschreibungen bleiben sehr allgemein und fassen wichtige Funktionen nur in groben Punkten zusammen.“
Michael Görög, Co-Founder von Collaboard
Ein gutes Beispiel dafür ist die Stadt Wien. Wien Digital bezog knapp 1.400 Mitarbeitende über eine Umfrage in die Anforderungserhebung ein. Daraus entstanden Muss- und Soll-Kriterien sowie konkrete Schwerpunkte für die Evaluation. Anbieter auf der Shortlist präsentierten ihre Lösungen anschließend anhand vorab definierter Use Cases. Dadurch ließ sich nicht nur prüfen, ob eine Funktion laut Datenblatt vorhanden war, sondern wie gut sie sich in einer realistischen Arbeitssituation nutzen ließ.
Für kleinere Organisationen muss die Anforderungserhebung natürlich nicht denselben Umfang haben. Interviews mit typischen Anwendern, einige konkrete Use Cases und ein gemeinsamer Workshop von Fachbereich, IT, Datenschutz und Einkauf können bereits einen erheblichen Unterschied machen.
Wie priorisiert man Muss-, Soll- und Kann-Kriterien?
Nicht jede gewünschte Funktion sollte zum Ausschlusskriterium werden.
Eine einfache Einteilung schafft Klarheit:
Gerade bei Muss-Kriterien lohnt sich eine kritische Prüfung. Jedes zusätzliche Muss kann geeignete Anbieter ausschließen.
Hilfreich ist deshalb die Frage: Ist diese Anforderung aufgrund unseres Einsatzszenarios, der IT-Architektur, des Datenschutzes oder anderer verbindlicher Vorgaben tatsächlich notwendig? Oder handelt es sich lediglich um unsere bevorzugte Lösung?
Wie formuliert man Anforderungen an Online-Whiteboards?
Anforderungen sind besonders gut vergleichbar, wenn sie beschreiben, welches Ergebnis benötigt wird, anstatt bereits eine bestimmte technische Umsetzung vorzugeben.
Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich allgemein gehaltene oder produktspezifische Punkte präziser formulieren lassen:
Solche Formulierungen helfen sowohl bei einer internen Evaluation als auch bei einer formellen Ausschreibung. Anbieter beantworten dieselbe fachliche Fragestellung, auch wenn sie diese technisch unterschiedlich lösen.
Online-Whiteboard ausschreiben: Was öffentliche Organisationen beachten sollten
Bei öffentlichen Beschaffungen kommen zu den fachlichen und technischen Anforderungen vergaberechtliche Vorgaben hinzu.
Die konkreten Regelungen unterscheiden sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gemeinsam ist ihnen der Grundgedanke, einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen und technische Spezifikationen nicht ohne sachlichen Grund so zu formulieren, dass nur ein bestimmtes Produkt infrage kommt.
In Deutschland verlangt § 31 VgV, dass die Leistungsbeschreibung Unternehmen den gleichen Zugang zum Vergabeverfahren ermöglicht. Verweise auf bestimmte Marken, Typen oder Hersteller sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und gegebenenfalls mit „oder gleichwertig“ zu versehen.
Österreich formuliert in § 106 BVergG 2018 einen vergleichbaren Grundsatz. Technische Spezifikationen müssen allen Bewerbern und Bietern den gleichen Zugang ermöglichen und dürfen den Wettbewerb nicht ungerechtfertigt behindern.
In der Schweiz regelt Art. 30 BöB technische Spezifikationen. Bestimmte Firmen, Marken oder Typen sollen grundsätzlich nicht vorgegeben werden, wenn die Leistung auf andere Weise hinreichend genau beschrieben werden kann.
Für die Praxis bedeutet dies: Ein Anforderungskatalog sollte möglichst beschreiben, was eine Organisation benötigt, statt die Eigenschaften eines bereits favorisierten Produktes nachzubauen.
„Aus unserer Erfahrung verlaufen Ausschreibungen immer unterschiedlich. Es gibt keinen einheitlichen Standard dafür, wie ein Anforderungskatalog aufgebaut ist, und die Anforderungen unterscheiden sich oft deutlich. Als Anbieter müssen wir deshalb jedes Mal neu bewerten, wie gut unser Produkt zu den konkreten Anforderungen passt.“
Michael Görög, Co-Founder von Collaboard
Eignung, Mindestanforderungen und Zuschlagskriterien unterscheiden
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Trennung verschiedener Arten von Anforderungen.
Ein Unternehmen kann beispielsweise nachweisen müssen, dass es grundsätzlich in der Lage ist, ein Projekt dieser Größe und Kritikalität umzusetzen. Das betrifft die Eignung des Anbieters.
Andere Anforderungen beziehen sich direkt auf die angebotene Lösung. Einige davon sind zwingende Mindestanforderungen. Andere können als Zuschlagskriterien bewertet und gewichtet werden.
Diese Trennung verhindert, dass eine Ausschreibung lediglich aus einer sehr langen Liste von Ja-/Nein-Fragen besteht.
Nachweise bereits bei der Formulierung berücksichtigen
Bei wichtigen Anforderungen sollte auch festgelegt werden, wie ein Anbieter seine Aussage belegen soll.
„DSGVO-konform“ ist als Aussage beispielsweise wenig konkret. Aussagekräftiger sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag, eine aktuelle Liste der Unterauftragnehmer, Angaben zu Datenstandorten sowie ein dokumentiertes Löschkonzept.
Bei Informationssicherheit können Zertifikate, technische Dokumentationen oder Prüfberichte relevant sein. Bei funktionalen Anforderungen ist häufig eine Live-Demonstration oder ein Proof of Concept aussagekräftiger.
Für Cloud-Beschaffungen deutscher öffentlicher Stellen können außerdem die EVB-IT Cloud eine sinnvolle Vertragsgrundlage darstellen. Der IT-Planungsrat hat Vertragsmuster, Einkaufsbedingungen und einen fachlichen Kriterienkatalog veröffentlicht und seinen Mitgliedern die Nutzung empfohlen.
Hinweis: Dieser Artikel bietet Orientierung für die Erstellung eines Anforderungskatalogs und ersetzt keine vergaberechtliche Beratung.
Welche Datenschutzanforderungen sind bei Online-Whiteboards wichtig?
Die Aussage „DSGVO-konform“ reicht für eine fundierte Evaluation nicht aus.
Entscheidend ist der gesamte Datenfluss. Beschaffungsstellen und IT-Verantwortliche sollten verstehen können, wo Produktivdaten und Backups gespeichert werden, welche Unterauftragnehmer beteiligt sind, aus welchen Ländern Supportzugriffe möglich sind und welche externen Analyse-, Telemetrie- oder KI-Dienste Daten verarbeiten.
Auch der Exit gehört in diese Betrachtung. Ein Anbieter sollte nachvollziehbar beschreiben können, wie Daten exportiert werden, wann sie nach Vertragsende gelöscht werden und wie lange gegebenenfalls noch Sicherungskopien existieren.
In der Europäischen Union bildet die DSGVO den zentralen Datenschutzrahmen. In der Schweiz ist das revidierte Datenschutzgesetz relevant. Hinzu können branchenspezifische, organisatorische oder kantonale Vorgaben kommen.
Für eine detaillierte Prüfung haben wir deshalb eine eigene Datenschutz-Checkliste für Online-Whiteboards erstellt. Sie behandelt Datenstandorte, AVV, Unterauftragnehmer, Verschlüsselung, Zugriffe, Protokollierung, Export und Löschung ausführlicher.
Welches Hosting-Modell passt zum Schutzbedarf?
Public Cloud, europäische Cloud, Private Cloud und On-Premises sind keine Qualitätsstufen. Das richtige Betriebsmodell hängt davon ab, welche Informationen verarbeitet werden und welchen Schutzbedarf eine Organisation ermittelt.
Beim Kanton Bern wurden die Anforderungen mittels Interviews, Use Cases, Anforderungsworkshops und einer Sicherheitsanalyse bestimmt. Aufgrund der untersuchten Use Cases und der kantonalen Datenschutzanforderungen wurde ein erhöhter Schutzbedarf festgestellt. Daraus ergab sich die Anforderung an einen On-Premises-Betrieb. Im Beschaffungsverfahren entschied sich der Kanton 2023 für Collaboard.
Das Beispiel zeigt die sinnvolle Reihenfolge: Zuerst werden Schutzbedarf und Rahmenbedingungen ermittelt. Anschließend wird daraus das geeignete Betriebsmodell abgeleitet.
Collaboard unterstützt verschiedene Hosting-Optionen von Cloud-Umgebungen über Private Cloud bis zu On-Premises- und Air-Gapped-Szenarien.
Welche Anforderungen gelten an die Informationssicherheit?
Zertifizierungen können die Bewertung eines Anbieters vereinfachen, sollten aber nicht isoliert betrachtet werden.
Bei einer ISO-27001-Zertifizierung ist beispielsweise der Geltungsbereich relevant. Ein Zertifikat sagt nur dann etwas über das beschaffte System aus, wenn nachvollziehbar ist, welche Organisation, Prozesse und Systeme vom Scope umfasst sind.
Zusätzlich sollten die konkreten Schutzmaßnahmen betrachtet werden. Dazu gehören beispielsweise Authentifizierung, Verschlüsselung, Rollen und Rechte, Protokollierung, Schwachstellenmanagement, Penetrationstests, Sicherheitsupdates, Backup und Wiederherstellung sowie der Umgang mit Sicherheitsvorfällen.
Welche Anforderungen davon zwingend sind, sollte wiederum vom tatsächlichen Schutzbedarf und den internen Sicherheitsrichtlinien abhängen.
Mehr Informationen zu unseren Sicherheitsmaßnahmen und Zertifizierungen findest Du unter Sicherheit und Datenschutz bei Collaboard.
Benutzerverwaltung, SSO und Gastzugänge im Alltag testen
Was bei zehn Nutzern problemlos funktioniert, kann bei tausend Nutzern zum administrativen Problem werden.
Bei größeren Installationen ist deshalb relevant, wie Benutzer bereitgestellt und entfernt werden, welche Administratorrollen existieren, wie Single Sign-on eingebunden wird und was mit Boards passiert, wenn Mitarbeitende die Organisation verlassen.
Besonders wichtig ist bei Online-Whiteboards die externe Zusammenarbeit. Kunden, Partner, Bürger, Studierende oder Workshop-Teilnehmer sollen häufig zeitweise auf ein Board zugreifen können.
Ein Punkt „Gastzugang vorhanden“ beantwortet dabei nur einen kleinen Teil der Frage. In einem Proof of Concept sollte getestet werden, wie eine externe Person eingeladen wird, welche Schritte für den Zugang notwendig sind, wie lange die Freigabe gilt und welche Rechte Administratoren steuern können.
Welche Whiteboard-Funktionen sollte man wirklich vergleichen?
Fast jedes etablierte Online-Whiteboard bietet Sticky Notes, Text, Formen, Bilder und Zeichenwerkzeuge.
Die Unterschiede werden häufig erst im tatsächlichen Arbeitsablauf sichtbar.
Wie gut lässt sich ein Workshop moderieren? Können Teilnehmer schnell auf einen bestimmten Bereich geführt werden? Wie verhält sich das Board bei vielen gleichzeitig aktiven Nutzern? Lassen sich Ergebnisse nach einem Workshop weiterverwenden? Wie einfach findet sich eine Person zurecht, die das Produkt noch nie gesehen hat?
Aus diesem Grund sollte eine Feature-Matrix vor allem der Vorauswahl dienen. Die wichtigsten Kandidaten sollten anschließend anhand derselben realen Use Cases getestet werden.
Wenn Workshops wichtig sind, sollte ein Workshop simuliert werden. Wenn Projektarbeit im Mittelpunkt steht, sollte ein echter Projektablauf abgebildet werden. Wenn externe Zusammenarbeit entscheidend ist, sollte eine Person eingeladen werden, die das Produkt bislang nicht kennt.
So lässt sich wesentlich besser beurteilen, ob eine Funktion nur vorhanden ist oder in der Praxis tatsächlich funktioniert.
Einen Überblick über die verfügbaren Whiteboard-, Workshop- und Kollaborationsfunktionen findest Du auf unserer Seite zu den Funktionen von Collaboard.
Welche Integrationen sollte ein Online-Whiteboard unterstützen?
Die Anzahl der verfügbaren Integrationen ist leicht vergleichbar, aber nicht unbedingt die entscheidende Kennzahl.
Wichtiger ist, wie das Whiteboard in die bestehende Arbeitsumgebung eingebunden werden soll.
Soll es während einer Videokonferenz direkt geöffnet werden? Werden Jira oder Confluence eingesetzt? Müssen Dokumente aus einem bestehenden Dateisystem eingebunden werden? Wird eine API für individuelle Prozesse benötigt?
Eine gute Anforderung beschreibt deshalb zuerst den gewünschten Ablauf. Anschließend wird geprüft, welche Integration oder Schnittstelle diesen ermöglicht.
Eine Übersicht findest Du auf unserer Seite zu den Collaboard Integrationen.
Welche Rolle spielt KI bei der Auswahl eines Online-Whiteboards?
KI-Funktionen werden zunehmend Bestandteil von Kollaborationsplattformen. Für eine Beschaffung reicht ein Kriterium „KI vorhanden: Ja/Nein“ jedoch kaum aus.
Interessanter ist, welche Daten verarbeitet werden und wer die Kontrolle darüber behält.
Welches Modell oder welcher externe Dienst wird verwendet? Welche Board-Inhalte werden übertragen? Wo findet die Verarbeitung statt? Werden Daten gespeichert oder zum Training eingesetzt? Können Administratoren KI-Funktionen vollständig deaktivieren oder nur für ausgewählte Gruppen freigeben?
Neben fest eingebauten KI-Funktionen werden offene Schnittstellen zunehmend relevant. Das Model Context Protocol (MCP) ermöglicht beispielsweise, Anwendungen mit unterschiedlichen kompatiblen KI-Assistenten zu verbinden.
Collaboard bietet hierfür einen MCP Server, über den kompatible KI-Systeme Whiteboards erstellen und analysieren können.
Welche Anforderungen gelten an die Barrierefreiheit von Online-Whiteboards?
Bei öffentlichen Beschaffungen sollte Barrierefreiheit früh berücksichtigt werden.
In Deutschland gelten für Bundesstellen insbesondere die Vorgaben der BITV 2.0; auf Ebene der Länder bestehen ergänzende beziehungsweise eigene Regelungen. Für europäische öffentliche Beschaffungen ist außerdem die EN 301 549 ein wichtiger technischer Referenzstandard.
In Österreich regelt das Web-Zugänglichkeits-Gesetz die Barrierefreiheit von Websites und mobilen Anwendungen des Bundes und bestimmter öffentlicher Einrichtungen.
In der Schweiz bilden unter anderem das Behindertengleichstellungsgesetz und die zugehörige Verordnung den rechtlichen Rahmen. Für die Bundesverwaltung ist zudem der eCH-0059 Accessibility Standard relevant.
Bei einem stark visuellen Werkzeug wie einem Online-Whiteboard sollte die Prüfung trotzdem nicht bei einem Normverweis enden. Tastaturbedienung, Fokusführung, Screenreader-Unterstützung, Kontraste, Zoom und Alternativen zu reinen Drag-and-Drop-Interaktionen sollten anhand der tatsächlichen Anwendungsszenarien getestet werden.
Was ist bei Migration und Exit eines Online-Whiteboards wichtig?
Migration wird häufig erst dann intensiv betrachtet, wenn eine Organisation den Anbieter tatsächlich wechseln möchte. Sinnvoller ist es, das Thema bereits bei der Beschaffung zu berücksichtigen.
Ein Export als PDF oder Bild sichert die visuelle Darstellung eines Boards, bedeutet aber nicht, dass sich dessen Inhalte später weiterbearbeiten lassen.
Bei einer Migration sollte deshalb anhand echter Boards geprüft werden, welche Objekte übernommen werden, welche davon editierbar bleiben und wie mit produktspezifischen Elementen, Berechtigungen, Kommentaren oder Verlinkungen umgegangen wird.
Besonders bei größeren Datenbeständen lohnt es sich, verschiedene Board-Typen zu testen: einfache Boards, sehr umfangreiche Boards und Boards, die spezielle Funktionen der bisherigen Plattform verwenden.
Ebenso wichtig ist die Frage in die andere Richtung:
Wie können wir unsere Inhalte später wieder aus dem neuen System herausbekommen?
Ein nachvollziehbarer Datenexport und definierte Löschprozesse reduzieren einen zukünftigen Vendor Lock-in.
Welche Anforderungen sollte man an Support und Betrieb stellen?
In einer Feature-Matrix sehen Anbieter oft ähnlicher aus, als sie im späteren Betrieb tatsächlich sind.
Bei strategisch eingesetzter Software sollte deshalb geprüft werden, wie Support organisiert ist, welche Sprachen verfügbar sind, welche Reaktionszeiten gelten und wie eine Eskalation bei kritischen Problemen funktioniert.
Auch Einführung, Migration und Rollout gehören dazu. Ein guter Anbieter sollte erklären können, wie er bei einer größeren Implementierung unterstützt, wie Releases kommuniziert werden und welche Dokumentation oder Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Support sollte deshalb nicht nur als „vorhanden“ bewertet werden. Erwartete Servicezeiten, Reaktionszeiten und Eskalationswege lassen sich genauso konkret beschreiben wie technische Anforderungen.
Wie vergleicht man die Kosten verschiedener Online-Whiteboards?
Der monatliche Lizenzpreis pro Benutzer ist nur ein Teil der tatsächlichen Kosten. Auch wenn die Whiteboards teilweise unterschiedliche Preismodelle haben, werden oft klassisch Named User verrechnet. Das Concurrent User Modell kommt nur selten vor.
Je nach Anbieter können zusätzliche Kosten für Enterprise-Funktionen, Gastnutzer, Single Sign-on, Hosting, Support, Migration, Implementierung oder Schulungen entstehen. Auch das Lizenzmodell selbst kann erhebliche Auswirkungen haben.
Für einen realistischen Vergleich sollte deshalb ein typisches Nutzungsszenario definiert werden: Wie viele regelmäßige Benutzer gibt es? Wie viele externe Teilnehmer arbeiten mit? Welches Hosting-Modell wird benötigt? Welche Enterprise-Funktionen sind zwingend?
Auf dieser Grundlage lässt sich der Total Cost of Ownership über die geplante Vertragslaufzeit deutlich sinnvoller vergleichen als anhand eines einzelnen Listenpreises.
Kostenloser Anforderungskatalog für Online-Whiteboards
Dieser Artikel erklärt, welche Fragen bei einer Auswahl, einem Anbieterwechsel oder einer Ausschreibung besonders wichtig sind.
Für die eigentliche Evaluation braucht es mehr Detail.
Unser Anforderungskatalog für Online-Whiteboards enthält konkrete Kriterien, die Du für Deine Organisation auswählen, anpassen und als Muss, Soll oder Kann priorisieren kannst.
Die Checkliste behandelt unter anderem:
- Datenschutz und Datenhoheit
- Hosting und Betriebsmodelle
- Informationssicherheit
- Administration und Benutzerverwaltung
- Whiteboard- und Kollaborationsfunktionen
- Integrationen und Schnittstellen
- KI-Funktionen
- Barrierefreiheit
- Migration und Exit
- Support und Betrieb
- Lizenzierung und Gesamtkosten
Damit eignet sie sich sowohl für eine interne Produktauswahl als auch als Ausgangspunkt für eine strukturierte Ausschreibung.
Fazit: Ein guter Anforderungskatalog bildet die eigene Organisation ab
Es gibt keinen universellen Anforderungskatalog, der unverändert für jede Organisation funktioniert.
Eine öffentliche Verwaltung mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Datenhoheit benötigt andere Kriterien als eine kleine Agentur. Eine Hochschule arbeitet anders als ein Industriekonzern. Selbst innerhalb derselben Organisation können Teams sehr unterschiedliche Erwartungen an ein Online-Whiteboard haben.
Vorlagen und Checklisten sind deshalb der Ausgangspunkt, nicht das fertige Ergebnis.
Ein guter Auswahlprozess verbindet die Bedürfnisse der späteren Nutzer mit den Anforderungen von IT, Datenschutz, Informationssicherheit und Einkauf. Die wichtigsten Kandidaten werden anschließend anhand derselben Kriterien und möglichst mit realen Use Cases bewertet.
Die entscheidende Frage ist am Ende nicht:
„Welches Online-Whiteboard hat die meisten Funktionen?“
Sondern:
„Welche Lösung erfüllt unsere tatsächlichen Anforderungen und lässt sich langfristig sicher, wirtschaftlich und sinnvoll betreiben?“
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Erhalte die Checkliste mit konkreten Anforderungen für die Auswahl, den Wechsel oder die Ausschreibung eines Online-Whiteboards – inklusive Kriterien für Datenschutz, Hosting, Sicherheit, Funktionen, Migration und mehr.
Inhaltsverzeichnis
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Michael Görög
Co-Founder Collaboard
Michael Görög ist Mitgründer von Collaboard und beschäftigt sich intensiv mit digitaler Zusammenarbeit, visueller Arbeit und der Zukunft der Teamarbeit. In seinen Beiträgen teilt er praxisnahe Einblicke zu Online-Whiteboards, Kollaborationsmethoden, KI und neuen Wegen, Ideen in die Umsetzung zu bringen.
Häufig gestellte Fragen
Du hast Fragen? Wir sind für Dich da.
Ein Anforderungskatalog sollte die tatsächlichen Einsatzszenarien mit technischen, organisatorischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen verbinden. Wichtige Bereiche sind Datenschutz, Informationssicherheit, Hosting, Benutzerverwaltung, Funktionen, Integrationen, Migration, KI, Barrierefreiheit, Support und Kosten. Die einzelnen Kriterien sollten anschließend nach ihrer Bedeutung priorisiert werden.
Beschreibe möglichst das benötigte Ergebnis, statt einen Hersteller, eine Marke oder eine bestimmte technische Umsetzung vorzugeben. Öffentliche Auftraggeber müssen dabei die jeweils geltenden vergaberechtlichen Vorgaben berücksichtigen. In Deutschland ist für technische Spezifikationen insbesondere § 31 VgV relevant, in Österreich § 106 BVergG 2018 und in der Schweiz Art. 30 BöB.
Eine Feature-Matrix eignet sich für die Vorauswahl. Für die finale Bewertung sollten die wichtigsten Anbieter jedoch anhand derselben realen Use Cases getestet werden. Ergänzend sollten für besonders relevante Anforderungen geeignete Nachweise wie Verträge, Zertifikate, technische Dokumentationen oder Live-Demonstrationen verlangt werden.
Migration und Exit sollten mit echten bestehenden Boards getestet werden. Entscheidend ist nicht nur, ob Inhalte exportiert oder importiert werden können, sondern welche Elemente anschließend weiterhin bearbeitbar sind. Zusätzlich sollten Berechtigungen, große Datenmengen, produktspezifische Objekte, Löschfristen und ein möglicher Parallelbetrieb berücksichtigt werden.
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