Sechs Jahre nach dem großen Umbruch durch die Pandemie sind viele Organisationen technisch besser ausgestattet als je zuvor: Laptops, Headsets, Videokonferenz-Tools, Kollaborationssoftware, digitale Whiteboards - vieles ist verfügbar, oft sogar mehrfach.
Und trotzdem erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder dieselbe Situation: Wir sind noch längst nicht gut darin, digital oder hybrid wirklich zusammenzuarbeiten.
In vielen Unternehmen höre ich aktuell Sätze wie:
Gleichzeitig ist klar: Ein vollständiges Zurück in alte Arbeitsmodelle funktioniert nicht mehr. Die Erwartungen an flexible, hybride Arbeit sind da, bei Mitarbeitenden ebenso wie bei Bewerber:innen. Fachkräfte zu finden, die auf diese Flexibilität komplett verzichten, ist kaum noch möglich.
Was oft unterschätzt wird: Veränderung verläuft nicht gleichmäßig, weder zwischen Organisationen, noch zwischen Abteilungen und schon gar nicht zwischen Menschen.
In fast jedem Team gibt es heute sehr unterschiedliche Realitäten:
Ich höre häufig Aussagen wie:
„Früher wusste ich genau, was ich konnte. Heute fühle ich mich unsicher.“
Oder:
„Früher wurde ich oft um Hilfe gebeten. Heute muss ich mich selbst durch neue Systeme kämpfen.“
Das ist kein Widerstand aus Bequemlichkeit, sondern ein Abschied von vertrauten Routinen, Rollen und Sicherheiten.
Viele Teams arbeiten heute hybrid, kommunizieren aber noch immer nach Logiken aus der Zeit vor Corona:
Was eigentlich Entlastung bringen sollte, führt oft zu Erschöpfung. Auf der Suche nach „der richtigen Lösung“ wird Zusammenarbeit nicht selten noch komplexer.
Ein zentraler Punkt, den ich als Meeting- und Change-Begleiterin beobachte: Tools werden eingeführt, ohne die dahinterliegenden Arbeits- und Kommunikationsmuster zu hinterfragen.
Eine der wichtigsten Fragen in Veränderungsprozessen lautet nicht:
„Wer passt sich am schnellsten an?“
Sondern:
„Wo stehe ich und wo steht unser Team gerade im Veränderungsprozess?“
Nicht bewertend, nicht vergleichend, sondern bewusst. Erst wenn sichtbar wird, dass Menschen an sehr unterschiedlichen Punkten stehen - zwischen Aufbruch, Anpassung und Abschied - kann echte Verständigung entstehen.
Hybride Zusammenarbeit ist kein vorübergehender Trend. In vielen Bereichen ist sie gekommen, um zu bleiben. Die entscheidende Frage lautet: Wie schaffen wir gemeinsame Treffpunkte, wenn wir nicht dauerhaft am selben Ort sind?
Hier können digitale Whiteboards eine zentrale Rolle spielen, wenn sie bewusst eingesetzt werden. In meinen Workshops und Beratungen nutze ich digitale Whiteboards wie Collaboard nicht als „nettes Extra“, sondern als gemeinsamen Arbeitsraum:
Gerade in Meetings entsteht so eine neue Qualität von Beteiligung.
Ein gut eingesetztes Whiteboard ersetzt keine gute Moderation, aber es unterstützt sie wirkungsvoll. Typische Effekte in Teams:
Besonders in hybriden oder remote arbeitenden Teams stoßen klassische Meetingformate schnell an ihre Grenzen. Hier zeigt sich der Nutzen digitaler Whiteboards am deutlichsten.
Entscheidend ist nicht, ob ein digitales Whiteboard genutzt wird, sondern wie:
Für weniger digital affine Mitarbeitende ist es besonders wichtig, nicht überfordert zu werden. Ein Whiteboard kann Sicherheit geben - oder sie nehmen. Der Unterschied liegt im Prozess.
Meetings sind ein Spiegel der Zusammenarbeit. Wenn sie nicht funktionieren, liegt das selten an einzelnen Personen - meist an Strukturen, Rollen und Erwartungen.
Gute Meetinggestaltung ist daher immer auch Change-Arbeit:
Digitale Whiteboards können dabei ein kraftvolles Werkzeug sein, wenn sie in ein klares Verständnis von Zusammenarbeit eingebettet sind.
Hybride Zusammenarbeit ist kein reines Technikthema, sondern ein kultureller und struktureller Veränderungsprozess. Wer Meetings, Kommunikation und Zusammenarbeit neu gestalten möchte, braucht:
Erst dann entsteht Zusammenarbeit, die auch in hybriden Settings wirklich trägt - menschlich, wirksam und zukunftsfähig.
Planen Sie hybride Meetings klar, starten Sie mit einfachen Formaten und geben Sie Ihrem Team Zeit, sich an neue Arbeitsweisen zu gewöhnen. Digitale Whiteboards helfen dabei, Orientierung und Beteiligung zu fördern - insbesondere dann, wenn sie professionell moderiert eingesetzt werden.
Marina Brand entwickelt und moderiert Meetings und Workshopformate, die Teams helfen, gemeinsam voranzukommen. Klar, strukturiert und individuell gestaltet.
Ob Projektstart, Veränderungsvorhaben oder Teammeeting: Sie unterstützt dort, wo gute Kommunikation entscheidend ist, um Ziele spürbar weiterzubringen.
Mit ihrem Wissen aus Sozialmanagement, Projekt- und Change-Management sowie ihrer Erfahrung in New Work gestaltet Marina Brand Räume, in denen Menschen mit ihren Ideen und Kompetenzen gesehen werden.